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Galileo - Wegbereiter für die Zukunft

Inhaltsverzeichnis


Was ist Galileo?

Galileo ist ein europäisches Satellitennavigationssystem und eines der Vorzeigeprojekte der europäischen Raumfahrtpolitik. Galileo stellt ab 2011 die europäische Alternative und technische Ergänzung („Double Source“) zum militärisch kontrollierten GPS-System der USA dar. "Zugelassen wird bei GPS nur der Betrieb von zwei Frequenzbändern. Die Amerikaner behalten sich vor, diese unscharf zu stellen, wenn sie sich in ihrer Sicherheit bedroht fühlen. Damit ist nicht garantiert, dass bestimmte Dienste jederzeit zur Verfügung stehen", sagt Rainer Grohe, Executive Director von Galileo Joint Undertaking (GJU) mit Sitz in Brüssel. Galileo steht für ein dichtes Netz aus 30 Satelliten, das eine Reihe hochwertiger Signale aussendet. Diese werden von Empfangsgeräten verarbeitet, um die exakte Position von Menschen und Objekten zu berechnen. Galileo ist ein „weltraumgestützter Kompass“, um genaue Standortbestimmungen, bezogen auf Ort und Zeit, vorzunehmen und wird in vielen Anwendungsbereichen der Wirtschaft enorme Vorteile bieten.

Diese umfassen vor allem

  • Verkehrswesen (Wegplanung, Navigationssysteme, Ortung und Ermittlung der Geschwindigkeit von Fahrzeugen etc.)
  • Justiz und Zoll (Feststellung des Aufenthaltsortes von Verdächtigen, Grenzkontrollen)
  • Bauwesen (geografische Informationssysteme)
  • Not- und Rettungsdienste (schnelleres Eingreifen von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei)
  • Freizeitsektor (z.B. zuverlässige und exakte Positionsbestimmungssysteme für Wanderer, Sportbootführer oder Autofahrer)
  • Verbesserung der Mobilität sehbehinderter Menschen

Außerdem kann Galileo dem Umweltschutz dienen. Zum Beispiel kann die Atmosphäre im Rahmen des Klimaschutzes beobachtet, der Verursacher einer Umweltverschmutzung aufgespürt oder die Bewegung wilder Tiere zur Erhaltung ihrer Lebensräume registriert werden.

Welches wirtschaftliche Potenzial bietet Galileo?

Experten sprechen Galileo ein riesiges Marktpotential zu. Rainer Grohe geht davon aus, dass mit den Anwendungen von Galileo 150 000 Arbeitsplätze allein in Europa entstehen. Nach Studien der GJU wird der Markt für Galileo-Navigationsprodukte und -Dienstleistungen bis 2025 ein Volumen von 400 Milliarden Euro erreichen. Besonders Deutschland hat jetzt die Chance, sich ein großes Stück vom Kuchen zu sichern, da das Land stark am europäischen Satellitensystem Galileo beteiligt ist: Das deutsche Industriekonsortium Teleop, zu dem die Telekom-Tochter T-Systems und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt gehören, wurde 2006 als gleichberechtigter Partner in das Betreiberunternehmen von Galileo aufgenommen. Teleop kommt bei der Entwicklung und Implementierung des Galileo-Systems eine tragende Führungsrolle zu. Bislang war die deutsche Industrie nur durch den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS beteiligt. Die deutsche Wirtschaft darf daher in den nächsten Jahren von vielen Aufträgen ausgehen.

Welche Zukunft bietet Galileo für die Region Bodensee?

Die Unternehmen der Bodenseeregion wiederum haben mit dem Bestehen des Galileo-Transferzentrums die einmalige Chance, nicht nur das System in seiner Feinheit zu verstehen, sondern gerade durch den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft für sich anwendungsorientierte Projekte zu entwickeln und marktfähig zu machen. Konkrete Projekte wurden bereits konzipiert und auf den Weg gebracht. "Galileo ist eine gute Möglichkeit, Geschäfte zu generieren und dabei die Verbindungen mit den verschiedenen Einrichtungen vor Ort zu nutzen. Es geht auch darum, den Wirtschaftsstandort Bodensee zu sichern und Arbeitsplätze zu schaffen. Bereits heute arbeiten die Stadt, die Universität und die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung gut zusammen", sagen die Initiatoren der Galileo-Initiative Bodensee, die das Projekt sowohl als Herausforderung als auch als große Chance für die Region sehen.



* Zur Bedeutung von "Wiki", "WikiWiki", "WikiWeb" siehe Wikipedia.de
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